Ausbildung

Handwerk SommerCamp 2025

Machen statt chillen

Schülerinnen und Schüler zeigen, was sie drauf haben

Rund 30 Schülerinnen und Schüler aus dem Rhein-Main-Gebiet haben das SommerCamp der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main genutzt, um Handwerksberufe näher kennenzulernen und auszuprobieren. Ihr Fazit: Es hat sich gelohnt.

Zum 5. Mal hatte die Handwerkskammer zur Ferienaktionswoche eingeladen, diesmal ins Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) Weiterstadt. Dort schnupperten die 27 jungen Leute bei den Metallern, Tischlern und Friseuren Werkstatt- bzw. Salonluft.

Malte ist einer von ihnen. Er war bei Ausbildungsmeister Andreas Hamburger in der Holzwerkstatt. Seine vier Freunde aus der Schule hatte der 13-Jährige gleich mitgebracht. „Mega-cool war es“, schwärmt er. Angesagte Schweden-Klappstühle haben sie gebaut, Campingtische, ein Geschicklichkeitsspiel… „Ich bin überrascht, was in den paar Tagen entstanden ist“, freut sich Stefanie Friedrich, Maltes Mutter. „Super, dass die Kinder hier lernen, was man mit seiner Hände Arbeit machen kann“, pflichtet ihr Peter Friedrich, der Vater, bei. Auch Oma und Opa blicken sich in der Werkstatt um und staunen.

Handwerksvielfalt sichtbar machen

„Die Kinder und Jugendlichen müssen wissen, dass es so etwas wie Handwerk überhaupt gibt“, sagt Tim Schneider. Er ist Ausbildungsmeister in der Metallwerkstatt und hat seinen Schülerinnen und Schülern ebenfalls gezeigt, wie viel Kreativität im Handwerk steckt. Vor allem die Motivation der Teilnehmenden hat ihn begeistert. Liam lächelt. Der 14-Jährige hat gezeichnet, gebohrt, gefräst – vom Groben bis ins Feine. Eine Utensilienablage für den Schreibtisch ist entstanden, ein feiner Metallwürfel, ein Flaschenöffner in Haifischform – Liam ist stolz darauf. Jeden Morgen ist er von Kelkheim mit dem Bus gekommen. War das frühe Aufstehen in den Ferien ein Problem? „Nö“, sagt Liam, „das hat sich gelohnt.“

Das findet auch Friseurmeisterin Carmen Rudolph, die in Salon-Atmosphäre ihren Schülerinnen und Schülern das Friseurhandwerk nähergebracht hat. „Es war eine geniale Woche“, schwärmt sie, „alle waren unglaublich interessiert und haben mitgemacht.“ So wie Hasan. Der 17-Jährige hat seinen Realschulabschluss frisch in der Tasche. Zwei Stunden Fahrtzeit hat er jeden Tag auf sich genommen, um aus dem Odenwald nach Weiterstadt zu kommen. Nach der Woche ist ihm klar: „Ich will die Ausbildung zum Friseur unbedingt.“

Stärken und Interessen kennenlernen

Das freut Experten wie Simone Emmenlauer bei der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main. Die Leiterin der Abteilung Fachkräftesicherung hatte mit ihrem Team das Camp geplant und möglich gemacht. „Wenn ich die Ergebnisse sehe, dann haben wir 27 neue Handwerkerinnen und Handwerker gewonnen“, sagt sie bei der Abschlusspräsentation, als alle ihre Urkunden bekommen. „Bei der Arbeit habt ihr hoffentlich eure Stärken und Interessen kennenlernen können. Im besten Fall habt ihr euren Wunschberuf gefunden.“ Liam aus Kelkheim ist nach der Woche in Weiterstadt felsenfest überzeugt: „Ich werde mich auf jeden Fall nicht ins Büro setzen. Ich werde etwas Handwerkliches machen.“

Mehr Eindrücke vom SommerCamp gibt es auf den Social-Media-Kanälen der Kammer.